Im Sommer 2014 bekam ich eine Anfrage von Frau Pfarrerin Maja Petrus, ob es mich reizen würde, rund um die Kirche, Pfarrhaus und Sigristenhaus ein Sationentheater , d.h. ein Stück, dessen Szenen an verschiedenen Orten gespielt werden, aufzuführen. In meinem Kopf ‚brauten’ sich bereits die verschiedensten Szenen zusammen. Da ich kein erfahrener Theaterschreiber bin, und man in einem guten Team sowieso viel stärker ist, fragte ich Heinz Hubacher, der mit Stationentheatern bereits Erfahrungen sammeln konnte, an, ob er bereit wäre, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten. Er war rasch ‚Feuer und Flamme’! Auch bei ihm zogen sofort mögliche Spielorte vor seinem inneren Auge vorbei – vertraute Orte aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer von Neuenegg. Auch mögliche Themen begannen ihn umzutreiben. Vor allem der ‚rote Faden’ um eine mögliche Geschichte trieb ihn an. Nach der Vorlage einer ersten Projektskizze hat der Kirchgemeinderat grünes Licht für das Stationentheater erteilt. Aber ich möchte ihn doch selber erzählen lassen, wie es zu seinem Stück «liberté  - 1812» kam.

«Mir ging durch den Sinn: 'da muss es doch irgendwo ein Chorgerichtsmanual *), ein Eldorado also von Sitten(un)fällen, welche damals öffentlich behandelt worden sind, geben...'. Nachfragen bei Kanton, Gemeinde und Kirchgemeinde führten schliesslich zu einem gesicherten Schrank in einem Kämmerchen des Sigristenhauses. Da standen sie neben andern alten Folianten, diese stummen Zeugen einer vergangenen Welt, voller Geschichten von Menschen und deren Ängste und Nöte, Geschichten von Scheingerechtigkeit, Feigheit, aber auch von Sehnsucht nach Liebe und freiem, selbstbestimmtem Leben. Meine ersten Annäherungen an diese Menschen bedingten un- ter anderem das Lernen der altdeutschen Schreibschrift samt den z.T. recht individuellen Schnörkeln der Manualschreiber. Nach einer ersten Lektüre galt es einen Zeitausschnitt zu finden, der von der Geschichte und ihren Geschichten her, aber auch für die künftigen Zuschauenden möglichst viel "hergab". Ich habe mich schliesslich für das Jahr 1812 entschieden, für ein Jahr mitten in einer bewegten Zeit der Rechtsunsicherheit. Die Schlacht von 1798 war vielen noch präsent, als sie mit Leib und Leben noch für die gnädigen Herren in Bern eingestanden sind, obschon einige schon damals insgeheim der Revolutionsheld Napoleon und dessen Freiheits- und Gleichheitsideen faszinierte. Eine verwirrende Zeit des Spagats zwischen der Treue zur alten Ordnung mit ihren Sicherheiten und dem sehnlichen Wunsch nach gleichen Rechten und ein menschenwürdiges Leben für alle. So tauchte ich in die 54 Seiten Chorgerichtswelt von 1812 ein: Die toten Buchstaben wurden beim Lesen langsam lebendig, und auch zwischen den Zeilen regte es sich, so dass sich immer mehr Personal auf meine innere Bilderbühne drängte, um eine Rolle im künftigen Stück spielen zu dürfen. Leider musste ich mich schon früh von vielen wieder verabschieden, da sie eindeutig den Rahmen des Stückes sprengen würden, das sich langsam in meiner Vorstellungswelt zu bilden begann.»

*) eine Protokollsammlung von Gerichtsverhandlungen, die seit dem 16. bis ins 19.Jahrhundert sporadisch, meistens nach dem Sonntagsgottesdienst, im Chor der Kirche Neuenegg stattgefunden haben.

 

Franz Schweizer

Heinz Hubacher

Wichtige Informationen


Aufführungsdaten

Mittwoch, 26. Oktober 2016 - 19.30 Uhr

Freitag, 28. Oktober 2016 - 19.30 Uhr

Samstag, 29. Oktober 2016 - 19.30 Uhr

Dienstag, 1. November 2016 - 19.30 Uhr

Mittwoch, 2. November 2016 - 19.30 Uhr

Freitag, 4. November 2016 - 19.30 Uhr

Dienstag, 8. November 2016 - 19.30 Uhr

Mittwoch, 9. November 2016 - 19.30 Uhr


Vorverkauf

Wir sind AUSVERKAUFT! Lassen Sie sich auf eine Warteliste setzen!


Abendkasse

Reservierte Karten sind an der Abendkasse im Foyer des SKZ ab 18.00 Uhr für Sie bereit


Eintrittspreise

Erwachsene Fr. 25.00

Kinder/Jugendliche Fr. 15.00


Theater-Bistro

Das Theater-Bistro im SKZ ist ein guter Ort zum Verweilen, zum Warten, zum Austauschen oder zum Aufwärmen vor, aber auch nacn der Vorstellung!

Wir empfangen Sie gerne ab 18.00 Uhr und sind auch nach der Vorstellung für Sie da!


Gut zu Wissen

Der 2. Akt des Stückes spielt draussen an 3 verschiedenen Spielorten. Es hat nur wenige Sitzgelegenheiten!

Bitte keine Schirme während der Auf- führung im 2. Akt!

Das Stationentheater spielt auch draussen und es kann kalt werden! Beugen Sie vor und nehmen warme Kleidung mit!

Situationsplan Theater

>>> Download


Kontakte Theater

Heinz Hubacher > Mail

Franz Schweizer > Mail


Kirchgemeinde Neuenegg

Postfach 94

3176 Neuenegg

Mail

Website



 Aktualisiert am31.12.2016